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Autonomes Fahren: Passenger Economy – ein Milliardenmarkt für neue Geschäftsmodelle

Autonomes Fahren: Passenger Economy – ein Milliardenmarkt für neue Geschäftsmodelle

Wenn zukünftig selbstfahrende Autos zur Normalität geworden sind und nur noch Oldtimer-Fans selbst zum Steuer greifen, haben die Passagiere in einem Auto plötzlich viel mehr freie Zeit. Daraus ergibt sich ein großes Potenzial für Produkte und Dienstleistungen. Welche das sein könnten, zeigt eine neue Studie von Intel und Strategy Analytics.

Weltweit arbeiten Automobilhersteller und Quereinsteiger wie Googles Waymo am autonomen Fahrzeug: Ford stockt seine Testflotte aktuell um das Dreifache auf, GM hat im vergangenen Jahr für rund 580 Millionen US-Dollar das Start-up Cruise Automation gekauft, Tesla überarbeitet seinen Autopilot, Audi und Nvidia entwickeln gemeinsam ein selbstfahrendes Auto und BMW arbeitet mit Intel an der Freude am fahrerlosen Fahren. Toyota geht das Thema zwar etwas langsamer an, investiert aber ebenfalls deutlich in entsprechende Technologien. Das alles sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie viel Bewegung es derzeit beim Thema autonomes Fahren gibt.

Die Studie „Accelerating the Future: The Economic Impact of Emerging Passenger Economy“, verfasst von Intel und Strategy Analytics, legt nahe, dass es sich nicht nur für Technikkonzerne und Automobilhersteller, sondern auch für andere Unternehmen lohnt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für die Studie gehen die Autoren von einer Zukunft aus, in der auf Abruf bereitgestellte, selbstfahrende Autos die herkömmliche Fahrzeughaltung abgelöst haben. Die Produkte und Dienstleistungen, die damit zusammenhängen, fassen sie unter dem Begriff „Passenger Economy“ zusammen.

Ein neuer Milliardenmarkt

Durch autonome Fahrzeuge sollen nicht nur Unfälle verhindert werden, was im Zeitraum von 2035 bis 2045 etwa 585.000 Menschen das Leben retten und 234 Milliarden US-Dollar an Kosten einsparen soll. Analog zu Personal Computern, dem Internet oder Smartphones können autonome Fahrzeuge auch die Grundlage für innovative Geschäftsmodelle sein. Allein die US-amerikanischen Verbraucher – so eine Prognose – könnten insgesamt 900 Milliarden Dollar jährlich für andere Dinge ausgeben, wenn sie auf die Anschaffung eines eigenen Autos verzichten.

Die ehemaligen Selbstfahrer haben zukünftig zudem jede Menge Zeit. Autonomes Fahren spart ihnen Jahr für Jahr – so ein weiteres Ergebnis der Studie – 250 Millionen Stunden aktive Fahrzeit ein, was in etwa 28.500 Jahren entspricht. Um es greifbarer zu machen: Fast ein Drittel der deutschen Autofahrer verbringt heute laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Cosmos Direct mindestens eine Stunde pro Werktag im Auto.

Mobile Restaurants, Arztpraxen und Kinos

Wenn Autos zukünftig von alleine fahren, haben die Fahrzeuginsassen also jede Menge Zeit, um sich mit Produkten oder Leistungen von Unternehmen auseinanderzusetzen. Denkbar sind etwa mobile Friseur-, Beauty- und Wellness-Salons, deren Angestellte direkt mit dem selbstfahrenden Auto zum Kunden kommen. Ein Drive-in-Restaurant könnte zum Drive-with werden, entweder, um nicht selbst kochen zu müssen, oder als Event im Rahmen eines Städtetrips. Geräte wie das Präventiometer, das Arvato CRM Solutions beim Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm high vitality people einsetzt, führen schon heute umfangreiche Gesundheits-Check-ups durch – warum sollte das nicht während einer Autofahrt erledigt werden? Medienunternehmen könnten für kurze Pendler- und lange Urlaubsfahrten passgenaue Inhalte anbieten – Autokino 3.0. Weil nicht nur bekannt ist, wer im Auto sitzt, sondern auch, wann und wo der Passagier sein wird, könnte dies eine große Chance für standortbezogene Marketingmaßnahmen sein. Warum nicht „im Vorbeifahren“ auf ein neues Restaurant hinweisen?

Auch die Arbeitswelt verändert sich. Während heute bei einer Dienstreise im Auto nur Telefonkonferenzen möglich sind, kann in autonomen Fahrzeugen fast uneingeschränkt gearbeitet werden. Aber wenn die Welt immer schneller wird, setzen die Manager und Außendienstler der Zukunft vielleicht auch bewusst auf Entschleunigung durch Wellness- und Freizeitangebote, um fit zu einem Termin zu erscheinen, statt auf die Verfügbarkeit rund um die Uhr.

Nach Schätzungen der Intel-Studie werden mit Marketing- und Serviceleistungen rund um autonome Fahrzeuge im Jahr 2050 etwa 200 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Nimmt man Mobility-as-a-Service hinzu, erwarten die Analysen sogar einen Gesamtmarkt in Höhe von sieben Billionen Dollar. Deswegen sollten Unternehmen sich jetzt mit dem Potenzial des autonomen Fahrens beschäftigen, sagt Intel-CEO Brian Krzanich und verweist auf die immer schnellere Entwicklung von Technologien: „Vor noch nicht einmal zehn Jahren hat niemand über das Potenzial einer kommenden App oder Sharing-Economy geredet, weil niemand so etwas kommen sah.“

Die Studie „Accelerating the Future: The Economic Impact of Emerging Passenger Economy“ ist hier erhältlich: https://newsroom.intel.com/newsroom/wp-content/uploads/sites/11/2017/05/passenger-economy.pdf

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: the_lightwriter – Adobe Stock

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