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Mehr Profit mit digitalem Payment

Mehr Profit mit digitalem Payment

Digitales Payment ist nicht einfach nur bequem für Kunden. Es hat das Potenzial, den Bezahlvorgang für Unternehmen zum Profitcenter zu machen. Was ist dafür nötig und wie wird die Zukunft des Payments aussehen? Eine aktuelle Trendanalyse gibt Antworten.

Die deutschen Verbraucher schätzen ihr Bargeld – und stehen damit so langsam ziemlich alleine da: Während sie vier von fünf Einkäufen bar bezahlen, wird in den USA nur noch jeder zweite Einkauf mit Scheinen und Münzen bezahlt. In Schweden erfolgen bereits 95 Prozent aller Bezahlvorgänge elektronisch. Und obwohl einiges für die Nutzung von Bargeld spricht – etwa die bessere Kontrolle über persönliche Ausgaben und eine größere Unabhängigkeit von technischen Systemen –, erwarten Experten auch für den deutschen Markt deutliche Veränderungen.

Einer von ihnen ist Michael Carl vom 2b AHEAD ThinkTank. In seiner Trendanalyse „Die Zukunft des Payment“ formuliert er fünf Thesen, wie sich Payment entwickeln wird.

1. Die Zukunft von Payment ist „omnichannel“ und automatisiert

Die Digitalisierung treibt die Personalisierung und Individualisierung von Produkten oder Dienstleistungen voran. Diese brauchen t aber zwei Voraussetzungen: erstens einen künstlich intelligenten Kundendialog, also einen Dialog zwischen intelligenten digitalen Systemen auf Kunden- und Unternehmensseite. Und zweitens die tiefe Implementierung dieses Dialogs in die Produktions-, Vertriebs- und Auslieferungsprozesse des Unternehmens.

„Es ist schlicht kein Grund erkennbar, warum Kunden oder Anbieter in diesem Zukunftsbild Wert darauf legen sollten, den Akt des Bezahlens als einzigen Schritt aus diesem integrierten und digitalen Prozess herauszulösen“, so Carl. Dies sei einer der zentralen Treiber für die Zukunft des Payment, die im Wesentlichen bargeldlos sein werde. Laut Carl werde die Bezahlung darüber hinaus zukünftig „omnichannel“ erfolgen, denn das Payment folge den sonstigen Interaktionen zwischen Kunde und Anbieter – oder zwischen deren digitalen Assistenten.

2. Digitale Geschäftsmodelle werden digitalen Bezahlsystemen den Weg bereiten

Die Akzeptanz für digitale Paymentlösungen wird bei neuen, digitalen Geschäftsmodellen und Services, die erst nach dem Aufkommen der digitalen Bezahloption entwickelt werden, besonders hoch sein. Denn die Anbieter müssen weder ihre Geschäftsprozesse auf digitale Bezahlsysteme umstellen, noch die Kosten für traditionelle Kassensysteme berücksichtigen.

Für die Kunden seien die Produkte oder Services des Anbieters entscheidend, nicht das Bezahlsystem. Dieses müsse laut Carl integriert und natürlich einfach zu nutzen sein: „Hier wächst ein neuer Standard an Convenience des Bezahlens, den weder klassisches Bargeld noch die gute alte EC-Karte werden erreichen können.“

3. Digitales Payment wird sich zunächst im Bereich individualisierbarer immaterieller Produkte durchsetzen

Die Integration digitaler Paymentlösungen in die relevanten Unternehmensprozesse bringt nicht nur den Kunden Komfort, sondern auch dem Unternehmen Mehrwert: Wer die Bezahlvorgänge direkt und in Echtzeit mit seinen Kundenprofilen verknüpfen kann, generiert automatisch wertvolle Daten, die beispielsweise in die Produktentwicklung einfließen können.

 

 

Digitales Payment werde sich laut Carls daher zuerst dort durchsetzen, wo Produkte auf Basis von Daten aus dem Bezahlvorgang besonders leicht adaptiv gestaltet werden können: „Den Siegeszug digitaler Paymentverfahren werden wir daher zuerst im Bereich individualisierter immaterieller Produkte sehen.“

4. Payment hat das Potenzial, zum Profitcenter zu werden

Payment kann wertvolle Daten erzeugen und somit zum Profitcenter werden. Damit wird es insbesondere für margenschwache Branchen mit vielen Transaktionen interessant. Im B2C-Bereich wären das laut Carl etwa der Lebensmittel- und Textileinzelhandel sowie die Tourismusbranche. Im B2B-Bereich wären es Großhändler, Logistiker und Rohstoffhändler. Alle diese Segmente sind stärker darauf angewiesen, aus dem Costcenter Payment ein Profitcenter zu machen.

„Wir können erwarten, dass es eben diese Anbieter sein werden, die früher als andere Anreize für bestimmte Bezahlsysteme setzen – nämlich solche, die ihnen nützen“, so Carl. Das sind diejenigen, die eine Vielzahl qualifizierter Daten produzieren und Kundenprofile mit diesen Daten anreichern. Damit bieten sie die Möglichkeit, zusätzliche Erlöse zu schaffen.

5. Bargeld wird zum Premiumprodukt

Menschen werden auch zukünftig Bargeld nutzen, allerdings wird dies von der Regel zur Ausnahme. In einem autonom fahrenden Taxi beispielsweise dürfte es schwierig werden, die Beförderung bar zu bezahlen. Wer also nicht auf Münzen und Scheine verzichten möchte, wird auf ein „klassisches“ Taxi mit menschlichem Fahrer warten müssen – mit allen seinen Vor- und Nachteilen.

Letztlich übernimme Bargeld zukünftig laut Carl eine Rolle als Identitätsträger im Premiumsegment und zeige eine Geisteshaltung. So werde ein Geschäft, das bewusst auf traditionelle Produkte und ein „klassisches“ Einkaufserlebnis setzt, nach wie vor Barzahlung akzeptieren.

Fazit

Es werden mehr und mehr digitale Bezahlsysteme entstehen. Das ist allerdings weder für die Kunden noch für die Unternehmen zwangsläufig ein Problem: Solange die jeweiligen Bezahlmöglichkeiten nahtlos integriert sind, ist die Zusammenführung der Systeme für die Kunden keine Belastung, sondern ein Vorteil. Und wenn die Anbieter in der Lage sind, aus dem Payment heraus Informationen zu gewinnen und damit ihre Produkte zu optimieren, profitieren beide Seiten.

Die vollständige Trendanalyse „Die Zukunft des Payment: Wie Bezahlen zum Profitcenter für Unternehmen wird“ ist hier erhältlich.

 

 

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: © Wayhome Studio – AdobeStock

 

 

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