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Beliebt, intelligent, aber noch ungenutzt: Smart Home

Beliebt, intelligent, aber noch ungenutzt: Smart Home

Das vernetzte Zuhause ist vielfach schon Realität. Wer es nutzt, ist damit in der Regel zufrieden. Doch der Smart Home-Markt hat mit einem Imageproblem zu kämpfen und wächst deswegen nur langsam. Woran liegt das?

Zurzeit wächst die erste Generation der „Smart Home-Natives“ heran: Familien, die intelligente Devices in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus nutzen, um untereinander über das Smartphone oder mit dem Internet vernetzt zu sein. Auch für viele Unternehmen hat dieser Trend eine große Bedeutung: Das Eigenheim wird immer wichtiger, um Kunden anzusprechen – wenn es eben smart ist. Ein Beispiel dafür, wie Smart Home und Handel zusammenwachsen können, ist der intelligente Kühlschrank. Er kümmert sich selbst um seine Befüllung, indem er über Sensoren mit dem Lieferservice eines Lebensmittelhändlers kommuniziert. Diese Form der intelligenten Vernetzung zwischen Gerät und Handel verdeutlich das enorme Potenzial von Smart Homes. Denn 36 Prozent aller Deutschen nutzen schon jetzt Smart Home-Anwendungen, 40 Prozent sind daran interessiert. Lediglich jeder Vierte Deutsche lehnt eine Nutzung ab. Das ergab eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Splendid Research.

Derzeit verlangsamt sich das Wachstum allerdings. Der Grund dafür sei die unübersichtliche Marktsituation, so die Studie. Dazu kommen Kommunikationsdefizite aufseiten der Hersteller von Smart Home-Devices. Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Verbraucherprofile noch ungenügend. Außerdem befürchtet ein Drittel der Nutzer immer noch Hacker-Attacken. Ebenso viele beklagen, der Einbau der Anwendungen habe sie überfordert. Angesichts dieser Ergebnisse muss die Branche zukünftig mehr unternehmen, um einerseits Sorgen und Befürchtungen abzubauen und andererseits die Installation und die Bedienung zu vereinfachen. Erst dann kann das enorme Potenzial von Smart Home von noch mehr Branchen als ein neuer Ort der Kundenansprache genutzt werden.

Intelligentes Wohnen

Positive Erfahrungen mit ihrem Smart Home hat auch Camilla Rando gemacht. Sie gehört zu den berühmtesten Müttern der Republik. Regelmäßig schreibt sie in ihrem Blog „Mummy Mag“ über ihren Familienalltag. Die Journalistin hat sich, kaum war ihr Nachwuchs auf der Welt, mit dem Thema Sicherheit beschäftigt und ihre Berliner Wohnung mit Smart Home-Produkten ausgestattet. Zusammen mit ihrem Mann installierte sie in jedem Zimmer intelligente Rauchmelder, die vor Ort mit einem Sirenenton Alarm schlagen und ein Signal aufs Handy schicken, so dass ein Wohnungsbrand auch von unterwegs aus erkannt wird. Auch in puncto Convenience weiß Camilla Rando ihr Smart-Home-System zu schätzen: Sämtliche Lampen in ihrer Wohnung sind mit einem Controller verbunden: „Wenn man abends ins Bett geht, muss man nicht alles per Hand ausschalten, sondern kann dies bequem über die App erledigen“, so Rando. „Das ist sehr einfach, selbst unser vierjährige Tochter kann die Steuerungs-App perfekt bedienen.“

Smart-Home-Produkte als Kundenkanal

Laut einer Bitkom-Studie überwiegen bei Konsumenten die positiven Erfahrungen mit Produkten für einen vernetzten Haushalt. „Besitzer von Smart Home-Anwendungen sehen und erleben die Vorteile der intelligenten Vernetzung jeden Tag. Smart Living macht das Wohnen sicherer, komfortabler und kann etwa auch dabei helfen, Heizenergie zu sparen“, sagt Robert Spanheimer, Bitkom-Referent Smart Grids & Smart Home. Die Möglichkeit, seine Heizung zentral zu steuern und die Energieverbräuche in Echtzeit zu sehen, führt in der Regel zu einer Senkung des Energieverbrauchs.

Übrigens plant mehr als die Hälfte aller Besitzer von Smart Home-Produkten bereits die nächste Anschaffung für ihr vernetztes Zuhause. Smarte Heizungen stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste. Das ist eine große Chance für Energieversorger: Sie bekommen einen neuen Kanal zu ihren Kunden und können ihre Datenbasis so verbessern, dass sie ihre Kunden und deren Bedürfnisse immer besser kennenlernen. Davon profitieren beide Seiten: Das Ablesen der Energieverbräuche vor Ort entfällt und der Energieversorger kann seine Stromproduktion aufgrund der permanenten Datenzufuhr besser auf Lastspitzen einstellen. Dies würde in Zukunft den gesamten Energiemarkt effizienter machen und somit der Energiewende zugutekommen.

Ein weiterer Punkt ist das, was im Industrie-4.0-Umfeld „Predictive Maintenaince“ heißt. In einer vernetzten Fabrik melden Maschinen durchgehend ihren Betriebszustand, sodass Verschleißteile rechtzeitig ausgetauscht werden können, bevor sie kaputtgehen und die Fertigung lahmlegen. Diese Machine2Machine-Technologie ist nun so günstig geworden, dass bald jedes Haushaltsgerät seinen Besitzer – aber auch direkt den Hersteller – vom Smart Home aus informieren könnte. Ersatzteile oder Nachfüllmaterialien ließen sich somit automatisch ordern, damit der geliebte Kaffeevollautomat niemals seinen morgendlichen Dienst unterbrechen muss. Aus allen Verbrauchsdaten zusammen kann die Entwicklungsabteilung des Herstellers wiederum bessere Produkte kreieren, denn es fällt schneller auf, wo die Schwächen liegen.

Smart Home ist also mehr als ein Plus an Wohnqualität: Es wird letztlich die ganze Gesellschaft verändern, die Beziehung sowie die Kommunikation zwischen Firmen und Kunden nachhaltig stärken und somit eine Win-win-Situation für alle Seiten schaffen. Denn nicht nur für Familie Rando überwiegen die Vorteile eines Smart Homes: Die Analysten von Statista schätzen, dass es im kommenden Jahr mindestens 720.000 vernetzte Haushalte gibt, 2020 könnten es bis zu 1,45 Millionen sein.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: AdobeStock

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