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Die Digitalisierung und die Energiewirtschaft: Der Energiewandel wird digital

Die Digitalisierung und die Energiewirtschaft: Der Energiewandel wird digital

Erneuerbare Energien, Regulierungsanforderungen, intelligente Vernetzung – die deutsche Energiewirtschaft steht vor zahlreichen Herausforderungen. Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für die Branche? Und welche Chancen bietet ihnen die Digitalisierung?

Neue Herausforderungen

Mit dem Unbundling hat sich der deutsche Energiemarkt aufgefächert: in Energieerzeuger, Netzbetreiber und Energiehändler. Und jeder dieser Player steht vor eigenen Herausforderungen. Energieerzeuger und Netzbetreiber müssen investieren, zum einen sowohl in die erneuerbaren Energien als auch in die konventionelle Stromerzeugung, zum anderen in die Infrastruktur. Nicht nur, weil das klassische Stromnetz sich zum Smart Grid wandeln soll, um große zentrale mit kleinen dezentralen Energieerzeugern und -verbrauchern miteinander zu verbinden. Das Versorgungsnetz wird immer komplexer: Um die Schwankungen der alternativen Energieerzeugung auszugleichen, muss Stromüberschuss gespeichert oder sinnvoll genutzt werden, etwa zur Erzeugung anderer Energieformen. Dazu dienen die sogenannten Power-to-X-Technologien: Power-to-Heat erzeugt Wärme, Power-to-Gas Brenngas, Power-to-Mobility liefert „Treibstoff“ für Elektrofahrzeuge – und das sind nur drei Beispiele von vielen. Die Folge: In das Netz werden immer mehr Energieformen integriert.

Neue Wettbewerber

Die Energiehändler bekommen dagegen neue – oft branchenfremde – Konkurrenz. Denn wie in vielen anderen Branchen öffnet auch hier die Digitalisierung den Markt und macht neue Produkt- und Serviceangebote möglich. Darauf springt nicht nur ein Internetkonzern wie Google an, zu dem seit 2014 der Smart-Home-Anbieter Nest mit seinen intelligenten Thermostaten gehört. In der Stadtwerkestudie 2016, durchgeführt von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, nennen die Befragten als mögliche Wettbewerber auch Telekommunikationsanbieter, Messstellenbetreiber und Messdienstleister. Kein Wunder: Wenn das Handy dank Smart-Home-Technologie zur Schaltzentrale für die Haustechnik wird, hat der Telekommunikationsanbieter schon einen Fuß in der Tür des Heizungskellers. Ähnliches gilt für Messstellenbetreiber und Messdienstleister, wenn der Verbrauchszähler zum Smart Meter wird, also zu einem vernetzten digitalen Messgerät, das Verbrauchsdaten online weitergeben kann. Und so können diese Unternehmen zum Beispiel komplette Lösungen für das Energiemanagement anbieten. Die Digitalisierung ist also ein zentrales Thema für die deutsche Energiebranche. Trotzdem hat bisher nur jedes sechste EVU eine entsprechende Strategie erarbeitet (Quelle: PWC-Studie „Deutschlands Energieversorger werden digital“).

Neue Möglichkeiten

Aber Energieerzeuger und -händler können die Möglichkeiten der Digitalisierung sehr gut für sich nutzen. Zum Beispiel, indem Händler Standardprozesse im Kundenmanagement wie eine Adress- oder Tarifänderung automatisieren. Gerade hier können Chatbots das Serviceteam entlasten und angesichts der zunehmenden Komplexität im „Energienetz der Dinge“ zu einem effizienten Kundenservice beitragen.

Wenn sie Multikanal-Plattformen ausbauen oder einrichten, entsprechen sie damit nicht nur den aktuellen Kundenerwartungen an eine Customer Journey. Sie erhalten gleichzeitig einen ganzheitlichen Blick auf die Verbraucher und entwickeln ein besseres Kundenverständnis. Das wiederum können sie für Kundenbindungsmaßnahmen, Cross- und Upselling sowie den Vertrieb neuer Produkte nutzen.

Und schließlich bietet das Smart Grid den Energieerzeugern zahlreiche Möglichkeiten für innovative Services und Angebote in ihrem ureigenen Kerngeschäft. Smart Meter liefern ihnen genaue Informationen darüber, wieviel Energie ihre Kunden wann erzeugen und verbrauchen. Sensoren in vermieteten dezentralen Erzeugungsanlagen geben Auskunft über die Auslastung und den technischen Zustand dieser Anlagen. Auf Basis einer konsequenten Analyse und Nutzung dieser Daten können Erzeuger beispielsweise das Energiemanagement für große Wohneinheiten übernehmen.

Die reine Energieversorgung ist für die Verbraucher ein eher austauschbares Produkt, wie die zahlreichen „Stromdiscounter“ zeigen. Also müssen die Unternehmen ihre Kunden mit guten Ideen und Leistungen rund um die digitalen Möglichkeiten überzeugen.

Author: Editorial team Future. Customer.
Bildquelle: Franz Metelec – Fotolia/Adobe Stock

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