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Digitalisierung in der Healthcare-Branche: Löst der Computer den Arzt bald ab?

Digitalisierung in der Healthcare-Branche: Löst der Computer den Arzt bald ab?

Verbraucher nutzen Fitnessbänder und Smartwatches, verbunden mit Apps, um ihre Gesundheit zu checken. Künstliche Intelligenz erkennt verdächtige Hautveränderungen mittlerweile beinah besser als jeder Mediziner. Macht die digitale Transformation Ärzte überflüssig? "Im Gegenteil", sagt Dr. Jens Härtel, Geschäftsführer der Healthcare-Marke Vilua von Arvato CRM Solutions.

Natürlich hat High-Tech schon lange Einzug in den Healthcare-Bereich gehalten. Ärzte steuern per Joystick Chirurgie-Roboter bei minimalinvasiven Operationen. Laboruntersuchungen werden nicht mehr vom Praxispersonal durchgeführt, sondern von großen Laboren, in denen Maschinen in einem automatisierten Prozess beispielsweise bestimmte Blutwerte erfassen.

Die Digitalisierung eröffnet darüber hinaus ganz neue Möglichkeiten, bei denen Automatisierungen – in der medizinischen Arbeit wie auch in der Praxisverwaltung – nur ein Teil-Aspekt sind. Und das nicht nur, weil IBMs künstliche Intelligenz “Watson“ bei der Diagnose hilft. Medizinern stehen heute immens große Datenmengen zur Verfügung, die über persönliche Geräte (Devices) der Patienten oder über innovative Produkte wie das Präventiometer erfasst werden. Dieses Hightech-Gerät wird von Vilua in der Betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention eingesetzt und kann über 30 Parameter, darunter  Körpergewicht, Blutdruck, Hör- und Sehvermögen, den Stresslevel sowie zahlreiche weitere gesundheitsbezogene Daten ermitteln.

Ganzheitlicher Blick auf den Patienten

„Diese Daten liefern dem Arzt deutlich mehr Erkenntnisse über seinen Patienten, als er bisher haben konnte“, erklärt Dr. Jens Härtel. „Denn normalerweise beginnt die Anamnese ja erst, wenn der Patient mit einem Problem zum Arzt geht, also bereits eine Störung der Gesundheit vorliegt, die sich dann auch in den medizinischen Daten manifestieren kann.“ Die neue Datenverfügbarkeit im Gesundheitsbereich hat zwei Vorteile: Bei der Behandlung können Mediziner auch „historische“ Daten der Patienten berücksichtigen und so Veränderungen bei Gesundheitswerten besser nachvollziehen. In der Prävention lassen sich Risikofaktoren schneller erkennen, damit es möglichst gar nicht erst zu einer Erkrankung kommt.

Das setzt allerdings voraus, dass diese Daten systematisch gesammelt und genutzt werden. Eine professionelle Lösung dafür bietet zum Beispiel das Gesundheitscockpit von Vilua. Diese Plattform ermöglicht die Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren des Gesundheitssystems. Patienten haben die Möglichkeit, ihre gesundheitsbezogenen Daten gezielt zur Verfügung zu stellen. Die Gesundheitswerte werden von Medizinern geprüft.  Im Rahmen von betrieblichen Gesundheitsförderungsprogrammen können dann Präventionscoaches die Teilnehmer bei der Erreichung ihrer individuellen gesundheitsbezogenen Ziele unterstützen. „Dieses Beispiel zeigt, dass die Digitalisierung den Arztberuf nicht überflüssig macht“, sagt Dr. Härtel, „aber sie verändert ihn – wobei der Beruf eines Arztes schon immer Veränderungen unterworfen war.“

Neue Möglichkeiten, neue Aufgaben

Nach Ansicht von Dr. Härtel wird die Technologie Ärzten viele Aufgaben abnehmen und ihnen dadurch Zeit verschaffen, um sich wieder stärker auf die Patienten zu konzentrieren. „In gewisser Weise machen digitale Lösungen die Medizin wieder menschlicher. Denn die Interaktion zwischen Menschen oder menschliches Einfühlungsvermögen können in absehbarer Zeit nicht von Maschinen ersetzt werden, und grade diese Aspekte werden wieder mehr in den Fokus rücken.“ Durch die neue Datenbasis wird zudem die Gesundheitsvorsorge und -erhaltung mehr und mehr zu einer Aufgabe der Ärzte.

Vor kurzem wurde der Weg für digitale Lösungen im Gesundheitswesen ein weiteres Stück geöffnet: Der 121. Deutsche Ärztetag beschloss im Mai mit großer Mehrheit eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots. Zwar sind noch Haftungsfragen mit den Versicherern zu klären, aber grundsätzlich können Ärzte nun beispielsweise Sprechstunden per Videochat anbieten. Ein Vorreiter ist Deutschland damit allerdings nicht. In England, Schweden, der Schweiz und den USA ist Telemedizin bereits seit langem im Einsatz.

 

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: © santiago silver – AdobeStock

 

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