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Digitalisierungsstrategien im Finanzsektor: Auf den Punkt beraten – mithilfe des Roboters

Digitalisierungsstrategien im Finanzsektor: Auf den Punkt beraten – mithilfe des Roboters

Online-Banking, Big Data, Robotic-Lösungen – für deutsche Banken gibt es viele Felder, auf denen sie sich digital weiterentwickeln können und müssen. Der Grund: Die junge Fintech-Konkurrenz schläft nicht.

Bei der Digitalisierung im deutschen Finanzsektor ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Laut der jüngsten KPMG-Studie „Mit Daten Werte schaffen“ gehören die Banken innerhalb der deutschen Wirtschaft zu den Vorreitern in puncto Datenanalyse. So hat jede dritte Bank ihre Geschäftsmodelle in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Datenverfügbarkeit und Analysemöglichkeit angepasst. Aber: 51 Prozent haben immer noch Schwierigkeiten, geeignete Anwendungsfelder zu identifizieren. Das mag daran liegen, dass nur 41 Prozent der befragten Finanzunternehmen den eingesetzten Datenanalysen in Bezug auf deren Genauigkeit Vertrauen schenken.

Exakter als jedes Bauchgefühl

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Banken, die ihre Kundendaten genauer analysieren, haben beste Vorrausetzungen, um ihre Kundenbindung zu erhöhen, weil sie mithilfe digitaler Datenanalysen maßgeschneiderte Angebote für den jeweiligen Kunden entwickeln können. Das funktioniert beispielsweise über Machine-Learning-Verfahren. Dabei werden sämtliche historische Daten berücksichtigt. Dazu gehören die Kundenstammdaten sowie alle Transaktionen und Angebote, die der Kunde in der Vergangenheit getätigt oder erhalten hat. Predictive-Analytics-Lösungen berechnen auf dieser Grundlage die Wahrscheinlichkeiten, auf welche Angebote der Kunde möglicherweise positiv reagieren würde. Dabei kommen mehrere hundert Parameter zusammen, aus denen die Bankberater verlässliche Entscheidungen bei ihrer Kundenansprache treffen können – viel besser und exakter, als würden sie sich nur auf ihr Bauchgefühl verlassen. Auch der Kunde profitiert davon: Er wird künftig nicht mehr mit Angeboten konfrontiert, die seinen Bedürfnissen und Wünschen nicht entsprechen. Wie wichtig diese Differenzierung ist, bringt KPMG-Banking-Experte Thomas Lechte auf den Punkt: „Besonders durch den wettbewerbsintensiven Markt sowie den vorhandenen Margendruck werden Banken verstärkt Big-Data-Lösungen für die Analyse der Kundenbedürfnisse einsetzen, um neue Geschäftschancen früher zu erkennen und zu nutzen. Auch um flexibel auf neue regulatorische Anforderungen reagieren zu können, wird sich der Einsatz von Big-Data-Anwendungen in Banken deutlich erhöhen.“

Roboter-Lösungen fürs Backoffice

Allerdings ist Big Data längst nicht alles. Für die digitale Zukunft der Finanzbranche braucht es noch mehr. Dazu Sebastian Steger von der Unternehmensberatung Roland Berger: „Banken und Versicherungen gehören zu den Unternehmen mit dem höchsten Digitalisierungspotenzial. Denn sie sammeln, verarbeiten und verknüpfen seit jeher Kunden- und Transaktionsdaten. Dennoch tun sich viele Finanzdienstleister schwer, ihre Geschäftsprozesse konsequent und durchgängig, also vom Frontend bis zum Backend, zu digitalisieren. So sind Kunden immer noch mit Anträgen auf Papier, manuellen Prozessen und Bearbeitungswegen und entsprechenden Wartezeiten konfrontiert und werden nicht frühzeitig bei ihren Anliegen abgeholt.“ Genau hier setzen Automatisierungslösungen an, die Effizienzsteigerungen von bis zu 80 Prozent ermöglichen. Mithilfe von Robotic Process Automation (RPA) können beispielsweise Backoffice-Prozesse deutlich beschleunigt und Mitarbeiter entlastet werden. Viele Routine-Tätigkeiten werden zukünftig die Text-Roboter übernehmen und automatisieren. So erstellt die Roboter-Software beispielsweise innerhalb von Sekunden gängige Standardbriefe, für die ein Mensch noch mehrere Minuten benötigt.

Digitale Standards setzen

Der Druck auf die deutschen Banken, mehr digitale Lösungen einzusetzen, wächst rapide, weil junge Fintech-Startups in der Regel mit kundenorientierten Angeboten starten, die auf smarter Technik beruhen. Die Deutsche Bank hat sich daher für eine agile Strategie entschieden, die eine Zusammenarbeit mit Fintech-Startups gleich miteinschließt und so den Bedürfnissen der modernen Kunden entgegenkommt. Das Bankinstitut hat eine Digitalfabrik gegründet, in der das eigene IT-Personal mit externen Kooperationspartnern zusammenarbeitet. Ein wichtiges Projekt hierbei ist die Multibank-Aggregation. Das Herzstück des Projekts: eine App, mit der die Kunden ihre Finanzgeschäfte komplett mobil erledigen können, auch über Konten, die bei der Konkurrenz liegen. Damit hat die Deutsche Bank einen wichtigen Digitalisierungs-Trend erkannt. Kunden nutzen Finanz-Dienstleistungen von verschiedensten Anbietern und binden sich nicht mehr zu 100 Prozent an ihre „Hausbank“ – ein Begriff, der im digitalen Zeitalter fast schon überholt ist, denn zukünftig wird der Kunde entscheiden, welche Bank ihm die komfortabelste Plattform zur Verfügung stellt.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: agcreativelab – Adobe Stock

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