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Der Gesundheitsmarkt und die Digitalisierung: Doktor digital

Der Gesundheitsmarkt und die Digitalisierung: Doktor digital

Die Wartezimmer sind überfüllt, die Wartezeiten lang, die Ansteckungsgefahr groß und der Facharzt hat erst in einigen Monaten Zeit. Bietet die Künstliche Intelligenz (KI) einen neuen Weg zu mehr Gesundheit?

„Babylon, everyone’s personal health service“ wirbt eine freundliche Stimme am Ende des Vorstellungsvideos. Das Londoner Start-up Babylon ist ein wichtiger Partner für den  National Health Service (NHS) in England. Der Hintergrund: Das englische Gesundheitssystem, das sich allein aus Steuermitteln finanziert, steht kurz vor dem Kollaps. Krebspatienten warten lange auf einen Operationstermin, weil es keine freien Betten in den Krankenhäusern gibt. Die Hausärzte sind angesichts überfüllter Praxen völlig überlastet. Ihre Praxen sind meistens zwölf Stunden an sieben Tagen in der Woche geöffnet.

Das Smartphone wird zur mobilen Praxis

Babylon ist dagegen zu jeder Zeit sofort erreichbar: Das Smartphone des Patienten wird zur mobilen Arztpraxis, aus dem Praxisbesuch wird ein Chat. Der Roboter am anderen Ende der Leistung ist extrem gebildet, verfügt über die Erfahrung von Milliarden Daten aus zigtausend Konsultationen, vergleicht die Symptome des Patienten mit seinem Wissen und erstellt daraus seine Diagnose. Er kann aber auch an einen richtigen Arzt des NHS vermitteln, der dann per Video-Chat übernimmt. 24 Stunden am Tag – und bei Bedarf mit Rezept, das er virtuell der gewünschten Apotheke zusendet. Ob bei Google Play oder im Apple Store, die heilende Babylon-App ist leicht zu erreichen und anschließend problemlos zu konsultieren. Selbst einfache körperliche Untersuchungen beherrscht das System: Der Kreislauf und die Körpertemperatur können per Fitnesstracker gecheckt und in die Diagnose mit einbezogen werden.

Genmutationen in zehn Minuten festgestellt

Während Babylon damit schon die Versorgung auf digitalem Weg übernimmt, beschränkt sich Watson auf die Empfehlung. Dabei beweist das IBM-System jedoch beeindruckende Fähigkeiten, wie ein aktuelles Beispiel aus Japan zeigt. Bei einer an Leukämie erkrankten Patientin war die Chemotherapie erfolgreich, schildert das Informationsportal beipress – Beisel Healthcare Press Research. Doch die Frau konnte sich nur langsam von den Folgen der Postremissionstherapie, also der nachfolgenden Therapie zur Niederhaltung der Symptome, erholen. Auch die Ärzte wussten keinen Rat und fütterten ein Computersystem mit den genetischen Daten der Patientin. Innerhalb von zehn Minuten präsentierte das System anhand eines Vergleichs mit allen gespeicherten Informationen das Ergebnis. Es entdeckte genetische Mutationen, die einzigartig für eine bestimmte Form der Leukämie waren. Demnach handelte es sich um einen Fall der sekundären Leukämie, in der sich wenig gesunde Blutzellen bilden, so beipress. „Die Patientin hatte Mutationen in mehr als 1.000 Genen, aber viele davon standen nicht mit ihrer Erkrankung in Verbindung. Während es für die Wissenschaftler etwa zwei Wochen gedauert hätte, zu prüfen, welche der 1.000 Mutationen für die Diagnose wichtig war oder nicht, hat ‘Dr. Watson‘ das Ganze in zehn Minuten erledigt“, erklärt der behandelnde Prof. Arinobu Tojo. Anhand der schnellen Diagnose konnte er die richtigen Schlüsse für die Behandlung ziehen.

Dr. Watson – der neue Arzt

Doch wie funktioniert der Einsatz von IBM Watson im medizinischen Alltag? Der Arzt stellt Watson Fragen, der sie mit allen verfügbaren Datenbanken abgleicht. Dazu gehören beispielsweise Behandlungsrichtlinien, elektronische Krankenakten, Notizen von Ärzten und Pflegepersonal, Forschungsergebnisse, klinische Studien, Artikel in medizinischen Fachzeitschriften und die Patientendaten. Innerhalb kürzester Zeit erstellt Watson eine Liste möglicher Diagnosen und einen Wert, der die Sicherheit jeder Hypothese angibt. Das hilft dem Arzt – und natürlich dem Patienten –, auf der Basis dieser fundierten Informationen präzise Entscheidungen zu treffen.

Doch egal, ob die Digitalisierung im Gesundheitswesen durch ein cooles Start-up oder ein großes Technologie-Unternehmen vorangetrieben wird: Der Patient wird gläserner, die persönlichen Daten allgemeiner. Die Digitalisierung bietet Chancen, aber auch Risiken, die es perspektivisch zu definieren und einzuschätzen gilt. Der digitale Doktor ist schon Realität, die Rahmenbedingungen für seine Tätigkeit müssen noch festgeschrieben werden.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bildquelle: iStockphoto/nevarpp

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