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Ein Fürstentum startet durch: Liechtenstein setzt auf die Digitalisierung

Ein Fürstentum startet durch: Liechtenstein setzt auf die Digitalisierung

Liechtenstein profitiert seit Langem von einem starken Wirtschaftswachstum und hat mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Das ist für den stellvertretenden Landesvater aber kein Grund für Business as usual: Um die Industrie- und Dienstleistungssektoren zukunftssicherer und die Behörden für seine Bürger attraktiver zu machen, wird die Digitalisierung im Fürstentum von allerhöchster Stelle vorangetrieben.

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein hat die Bedeutung der Digitalisierung für „seinen“ Kleinstaat erkannt und dies vielfach in Ansprachen und Reden thematisiert. Nach seiner Auffassung ist es eine zentrale Aufgabe des Staates, die digitale Qualität und Stabilität auf gutem Niveau sicherzustellen. Aus diesem Grund übernahm er auch das Patronat über die im Herbst 2017 gestartete Standortinitiative digital-liechtenstein.li.

Alles eine Frage der Struktur

Man sollte meinen, dass Liechtenstein als einer der zwar kleinsten, aber auch reichsten Staaten der Erde keine Baustellen in Sachen Digitalisierung hat. Und tatsächlich weist das Land eine der weltweit besten Internetpenetrationsraten auf: 93,8 Prozent Internetnutzung bei rund 37.800 Einwohnern bedeutet Platz Nummer 10. In die globale Spitzengruppe will Liechtenstein auch beim Ausbau seines Glasfasernetzes vorstoßen, das die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) im Land flächendeckend verlegen werden. Für den Ausbau der Datenautobahn nimmt das Unternehmen 32 Millionen Franken in die Hand. Ein hochleistungsfähiges Glasfasernetz kombiniert mit einem starken Mobilfunknetz gilt als Basis für die digitale Gesellschaft und soll für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit sorgen, Standortvorteile schaffen und neue Chancen bei Bildung und Forschung in Liechtenstein bieten – nach dem Motto „Innovation follows Infrastructure“. Bis Ende 2019 sollen 60 Prozent des Landes mit Glasfaser erschlossen sein – was Liechtenstein in die Weltspitze katapultieren würde, in der zurzeit Singapur, Katar, Südkorea und die Vereinigten Arabischen Emirate die Nase vorn haben. In Europa bedeutet dieser Ausbaustandard die Führung, während andere große Industrienationen im Schneckentempo surfen müssen. Bis spätestens 2023 soll die Umstellung erfolgt sein. Profiteure der hochmodernen Datenautobahn sind nicht nur private Haushalte, sondern vor allem die Wirtschaft und hier die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die zukünftig auf eine erschwingliche Hightech-Infrastruktur zurückgreifen und somit beispielsweise Cloud-Services wirklich nutzen können.

Die elektronische Behörde

Einen wesentlichen Schritt Richtung Zukunft hat die konstitutionelle Erbmonarchie beim Thema E-Government bereits hinter sich gebracht: Schon 2010 legte die Regierung in Vaduz einen fortschrittlichen Gesetzesentwurf vor, der den rechtsverbindlichen elektronischen Geschäftsverkehr mit Behörden sowie das elektronische Verwaltungshandeln fördert. Durch die Nutzung von E-Government werden die Abläufe vereinfacht; Bürger können problemlos auf staatliche Dienstleistungen zugreifen, unabhängig von Uhrzeit oder Ort. Zudem werden die Ressourcen gezielt eingesetzt und dadurch langfristig Kosten gesenkt, Medienbrüche sowie Nachfragen und manuelle Mehrfacherfassung werden vermieden. Die Sicherheit wird durch die direkte Übertragung an die zuständigen Stellen, eine eindeutige Identifikation sowie kontrollierten Datenzugriff gewährleistet. Ein zentraler Punkt war deshalb die Schaffung eines „elektronischen Identitätsausweises“ (eIDA), der diese Identifikation durch die Behörde gewährleistet. „Liechtenstein erhält damit weltweit eines der fortschrittlichsten E-Government-Gesetze“, betonte der damalige Regierungschef Klaus Tschütscher im Jahr 2010. „Dadurch schaffen wir erstklassige Rahmenbedingungen für einen modernen Staat sowie einen attraktiven und innovativen Wirtschaftsstandort.“ Das Gesetz ermöglicht es den Behörden, alle Arten von Dienstleistungen elektronisch anzubieten – von einfachen Services bis zur Abwicklung komplexer Verwaltungsverfahren, beispielsweise die Online-Bestellung eines Grundbuchauszugs, ein Stipendienantrag oder die elektronische Einreichung der Mehrwertsteuerabrechnung.

Zurück zu Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Patron von digital-liechtenstein.li. Diese Initiative unterstützt die Wirtschaft und Wissenschaft bei der digitalen Transformation und ist die zentrale Plattform für digitale Innovation und Vernetzung für Liechtenstein. Sie bündelt die relevanten Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und ermöglicht den entscheidenden Know-how-Transfer für die digitale Transformation.

Klein, fein, Liechtenstein

Aktuell machen die ausgezeichneten Rahmenbedingungen und attraktiven Wachstumsperspektiven Liechtenstein zu einem Wirtschaftsstandort der Extraklasse: Dazu gehört etwa der einfache Zugang zu gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Inland und aus der angrenzenden Bodenseeregion. Von besonderer Bedeutung ist dabei die geografisch zentrale Lage mit dem direkten Marktzugang in viele Länder der EU und des EWR sowie zum Wirtschaftsraum Schweiz. Es ist kein Zufall, dass hier mehr als 4.000 Unternehmen tätig sind, zu denen Firmen gehören, die sich als globale Nischenplayer erfolgreich auf dem Weltmarkt behaupten. Liechtenstein ist aufgrund seiner geringen Größe jedoch auf den zunehmenden Einsatz von Arbeitskräften aus dem benachbarten Ausland angewiesen: Ein Drittel der Bevölkerung hat eine ausländische Staatsangehörigkeit, wobei es sich vorwiegend um schweizerische, österreichische und deutsche Staatsangehörige handelt. Angesichts der hohen Lohnkosten im Fürstentum ist es eine zentrale Überlebens- und Wachstumsstrategie für liechtensteinische Unternehmen, zu den besten zu gehören. Die liechtensteinische Wirtschaft hat sich mit ihren Produkten immer über Qualitäts- und Technologieführerschaft definiert, nie über Kostenführerschaft. Dies ist ein Weg, der ohne die konsequente Digitalisierung in Zukunft nicht mehr gangbar wäre.

So werden digitale Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft in allen Bereichen spürbar transformieren. Die Verantwortlichen in Liechtenstein haben erkannt, dass ein schnelles Vorantreiben der Digitalisierung auf allen Feldern die Attraktivität des Standorts langfristig sichern kann.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: BirgitKorber – AdobeStock

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