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Smart shoppen mit Amazon Go: Zugreifen und gehen

Smart shoppen mit Amazon Go: Zugreifen und gehen

Wer Lebensmittel und weitere Produkte des täglichen Bedarfs einkauft, kennt das Problem: Überfüllte Kassen, zähfließende Schlangen, langes Warten und lästiges Kleingeldsuchen sorgen für einen angespannten Start in den Feierabend oder ins Wochenende. Amazon stellte sich nun dieser Situation und eröffnete im Januar seinen ersten eigenen Supermarkt. Das Besondere: Es gibt keine Kassen.

Die App „Amazon Go“ macht vieles möglich. Wer diese auf sein Smartphone lädt und zudem ein Amazon-Konto sein eigen nennt, verfügt über die notwendigen Zugangsvoraussetzungen für den 170 Quadratmeter großen Musterladen. Das Geschäft befindet sich im Erdgeschoss der Firmenzentrale in Seattle im US-Bundesstaat Washington und bietet eine breite Auswahl von Produkten an: Von frischen Lebensmitteln wie Brot und Milch über fertige Gerichte und Kochboxen bis hin zu Snacks und Getränken sind die Regale mit einem Querschnitt des täglichen Bedarfs gefüllt. Sobald man den Laden betreten hat, registriert ein komplexes System aus Kameras und Waagen ganz individuell jeden Einkauf. Und das alles ohne Gesichtserkennung, wie Amazon ausdrücklich betont: Menschen werden lediglich als „3D-Objekte“ erkannt.

Waagen und Kameras

Die Regalböden sind mit sensiblen Waagen versehen. In Verbindung mit den flächendeckend installierten Kameras zeichnen sie genau auf, welcher Kunde welche Artikel entnimmt und in den Einkaufswagen legt. Hat man seine Auswahl abgeschlossen, offenbart sich der größte Vorteil des neuen Supermarkts. Denn statt sich wie üblich in die Kassenschlange zu stellen, checkt man lediglich mit der App wieder aus. Dazu wird das Smartphone an eine Schranke gehalten – dasselbe Prinzip wie beim Betreten des Geschäfts. „Just grab and go“ heißt es dazu auf der Amazon-Website – einfach zugreifen und wieder gehen. Bezahlt wird das Ganze dann wenig später per automatischer Abbuchung vom Amazon-Konto. Bei Fehlern oder Mängeln an der Ware wird der Kaufpreis erstattet. Und was zunächst wie eine Einladung zum Ladendiebstahl klingt, ist tatsächlich ein hochsensibles und genaues System, das sich nicht so leicht austricksen lässt, wie ein Reporter der New York Times feststellen musste. Um das Programm zu testen, versuchte er, ein paar Getränkedosen noch im Regal in eine Tüte zu wickeln und aus dem Geschäft zu schmuggeln. Kurze Zeit später wurde der Preis dennoch von seinem Konto abgebucht.

Ohne Menschen geht es nicht

Ganz ohne Personal kommt der „Amazon Go“-Shop dann aber doch nicht aus: Eine Reihe von Mitarbeitern sorgt dafür, dass die Regale befüllt, frische Speisen zubereitet und die Kunden begrüßt werden. Und wer alkoholische Getränke erwerben möchte, muss sich gegenüber dem Personal ausweisen. Die Kundschaft setzte sich bisher nur aus Mitarbeitern des Unternehmens und Medienvertretern zusammen, um das Konzept zu testen. Sobald der Laden für die breite Öffentlichkeit geöffnet wird, dürfte es richtig interessant werden. Denn bislang ist noch nicht klar, wie das System mit großen Menschenmengen klarkommt. So könnte es unter Umständen zu Problemen kommen, wenn Käufer das Geschäft betreten, die sich sehr ähnlich sehen oder gleich angezogen sind. Doch Amazon ist zuversichtlich, dass ständiges Training der künstlichen Intelligenz, die hinter dem System steckt, die Fehleranfälligkeit optimal reduzieren wird.

Problem Datenschutz

Training, das eine Menge Input erfordert. Datenschützer sehen das Konzept dementsprechend kritisch, in Deutschland bestehen noch große Vorbehalte gegenüber derartigen Projekten. „Hier werden personenbezogene Daten erhoben“, sagte der Sprecher der Landesbeauftragten NRW für Datenschutz NRW der Deutschen Presseagentur. In Nordrhein-Westfalen ist so etwas überhaupt nur mit Einwilligung des Kunden möglich – und das auch nur aufgrund höchstmöglicher Transparenz bei der Datenerhebung. Gegenüber der WELT gab der Sprecher der Verbraucherzentrale NRW, Georg Tryba, außerdem zu Bedenken, dass mit dem Wegfall der Kasse auch ein wichtiger Kontrollschritt für den Verbraucher fehle. Doch natürlich stünden auch hierzulande Smart-Shopping-Konzepte auf dem Prüfstand. „Es wird ein Stück weit zu einem Innovationswettlauf kommen“, so Tryba.

In den USA hat Amazon bereits damit begonnen, sich an die Spitze des Rennens zu setzen. Der erste eigene Supermarkt ist eine weitere Etappe auf dem Weg zum stationären Handel: Bisher betreibt das Unternehmen mehrere Buchläden in den USA. Mit „Amazon Go“ hat die Expansion aus dem Netz in die analoge Ladenlandschaft einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: nonnie192 – AdobeStock

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