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Tourismusbranche: Blockchain eröffnet neue Horizonte

Tourismusbranche: Blockchain eröffnet neue Horizonte

Nicht zuletzt dank der jüngsten Meldungen aus der Finanzbranche denken viele beim Begriff "Blockchain" sofort an die Kryptowährung Bitcoin. Aber die Blockchain-Technologie bietet viel mehr Möglichkeiten: Schon bald könnten die Endkunden verschiedener Branchen die Vorteile der neuen Datenbankarchitektur nutzen. Ein möglicher Wegbereiter ist die Tourismusbranche.

Mit gleich mehreren großen Interviews hat TUI-Chef Fritz Joussen eine interessante Debatte ausgelöst. Die Blockchain sei die Zukunft, sagt er und ist zurzeit dabei, den Reisegiganten in einigen Bereichen neu zu strukturieren. So werden zum Beispiel die Buchungsportale auf die Blockchain-Datenbank-Architektur umgestellt. Denn die Blockchain-Technologie ermöglicht es, viele Prozesse zu vereinfachen, Kosten zu senken und die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern.

Keine zentralen Vermittler mehr

Die Blockchain wurde zunächst entwickelt, um den sicheren Zahlungsverkehr im Internet zu ermöglichen. Das prominenteste Beispiel für eine Anwendung dieser Technik ist die Internetwährung Bitcoin. Die Blockchain basiert auf der Idee, dass Informationen nicht mehr zentral abgespeichert werden, sondern an vielen verschiedenen Orten im Netz. Somit lassen sich Daten und Zugriffsrechte fälschungssicher verbreiten. Eine zentrale Vermittlerstelle ist nicht mehr nötig, smart contracts sorgen dafür, dass eine in Anspruch genommene Leistung bezahlt wird oder bei Nichtzahlung keine Leistung erfolgt (siehe auch Neue Möglichkeiten: Wie Blockchains den digitalen Markt erobern).

Der TUI-Chef zieht daraus seine Schlussfolgerungen für die Tourismus- und Reisebranche und prophezeit gleichzeitig eine grundlegende Veränderung des Internets in allen Bereichen. Sie führe dazu, dass Internetgiganten wie Google, Airbnb oder auch Flugbuchungsportale ihre einzigartige Stellung als Datensammelstellen verlieren werden. „Blockchain ist nicht im Internet, es wird das Internet sein. Das Netz wird dadurch nicht-hierarchisch. Bislang gab es im Internet ein paar privilegierte Nutzer und viele Dumme“, sagt der Manager in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Kunden buchen bald ihre Flüge direkt

Und Joussen hat bereits Konsequenzen gezogen: 2017 stieß er die TUI-Tochter „Hotelbeds“ für 1,19 Milliarden an einen Investor ab, weil er nicht mehr an die Zukunft der Vermittler glaubte. Wenn die Blockchain es jedem Nutzer ermöglicht, gleichberechtigt mit anderen über alle Informationen zu verfügen, kann er gleich seine Betten im Hotel oder die Sitzplätze im Flugzeug direkt buchen. Transparent, sicher und schnell.

Die russische Fluggesellschaft S7 hat beim Ticketverkauf bereits auf die Blockchain-Technologie umgestellt und verspricht ihren Kunden unter Anderem kürzere Transaktionszeiten. Auch die Neuseeländische Fluglinie Air New Zealand hat vor wenigen Wochen den Versuch gestartet, die Blockchain-Technologie einzusetzen, um Gepäckstücke zu verfolgen und das Frachtmanagement zu verbessern. Wenn dann ein Gepäckstück in den falschen Flieger geladen wurde, wird automatisch der Fluggast informiert und der Koffer zum richtigen Zielort befördert.

Verbesserungen für Kunden der nächsten Generation

Längst wird an weiteren Verbesserungen getüftelt. Denkbar ist etwa, dass mit Hilfe der Blockchain Rückerstattungen bei Flugverspätungen oder -ausfällen direkt und automatisch mit dem Kunden geregelt werden. Überbuchungen wären im Grunde nicht mehr möglich, da der Nutzer die gesamte Verfügbarkeit an Flügen und Reservierungen in Echtzeit einsehen kann. Als Reisepass dient ihm ein elektronisches Token auf einem seiner Devices. Dank einer Kombination aus Blockchain, mobiler Technologie und Biometrik müssen Reisende nur einmal zu Beginn ihrer Reise identifiziert werden, statt sich mehrmals mit verschiedenen Unterlagen auszuweisen.

Auch die französische Airline Air France prüft die Potenziale, die in der Blockchain stecken. Ihr geht es vor allem darum, die Lieferketten im Luftverkehr verfolgen zu können. Und die Lufthansa arbeitet gemeinsam mit dem Schweizer Startup „Winding Tree“ an einem Marktplatz auf Basis der Blockchain-Technologie, auf dem Fluggesellschaften, Hotels und andere Anbieter ihre Leistungen direkt an andere Firmen verkaufen können. „Das soll den komplizierten und teilweise von wenigen Zwischenhändlern dominierten Markt effizienter machen“, lässt die Fluggesellschaft verlautbaren.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: sdecoret – AdobeStock

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