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Wie digital möchten Sie bezahlen?

Wie digital möchten Sie bezahlen?

Kunden hatten noch nie so viele Auswahlmöglichkeiten, auf welche Weise sie Waren oder Dienstleistungen bezahlen können. Auch wenn die Deutschen weiterhin ihr Bargeld schätzen, kommen im Zuge der Digitalisierung immer mehr mobile Bezahl-Lösungen und bald auch „Instant Payment“ auf den Markt. Aber was wird sich durchsetzen?

Trotz aller Diskussionen um Bitcoins scheint das Vertrauen in die Kryptowährung ungebrochen, denn der Wert des digitalen Geldes schießt weiterhin in die Höhe. Die Verbraucher in Deutschland bleiben allerdings weiter zurückhaltend, wenn es ums digitale Bezahlen geht. Zum Beispiel beim Mobile Payment. In einer PwC-Studie gaben nur 13 Prozent der Befragten an, dass sie bereits einen mobilen Bezahldienst auf ihrem Handy nutzen, also im Restaurant oder Supermarkt ihr Smartphone vor ein Terminal halten, statt EC-Karte, Kreditkarte oder Münzen hervorzukramen. Wobei das wahrscheinlich immer noch eine gute Quote ist, denn Verbraucher haben hierzulande schon einige Mobile-Payment-Anbieter kommen und gehen sehen. Zudem ist die Akzeptanz bei Läden oder Restaurants noch weit davon entfernt, flächendeckend zu sein. Trotzdem wird in solchen Diensten, von „DB Mobile“ von der Deutschen Bank über PayPal bis hin zu Apple Pay, wohl die Zukunft liegen. Denn die Bezahl-Apps bieten oft noch weitere nützliche Services, etwa eine Minimal-Buchhaltung mit praktischer Übersicht über Alltagsausgaben vom Pausenkaffee bis zum Regenschirm.

Fehlender einheitlicher Standard

Tatsächlich geben sich viele Verbraucher in Bezug auf mobile Bezahllösungen grundsätzlich aufgeschlossen. 42 Prozent der Studienteilnehmer sagten, sie wären noch nicht soweit, würden aber mobil bezahlen, wenn die Technologie intuitiver und sicher nutzbar wäre. Aber es geht noch um weitere Faktoren, wie der Leiter der PwC-Studie, Prof. Nikolaus Beutin, ermittelt hat: „Um das große Potenzial von Mobile Payment in Deutschland heben zu können, sollten die Anbieter idealerweise zunächst einmal einen einheitlichen technologischen Standard entwickeln, wie es vor Jahren beispielsweise schon Girokarten- und Kreditkartenanbieter geschafft haben.“ Auch seien die Zusatzfeatures, die über das bloße Bezahlen hinausgehen, bei den hiesigen Anbietern noch längst nicht ausgereizt. „Eine Mehrheit vermisst eine integrierte Nutzbarkeit der Technologie in Apps, die weitere Services bieten“, so Beutin. „Zum Beispiel Rabatte, Gutscheine, Produktinformationen, Bewertungen, Store-Locator, Benutzerberichte, Chats, Onlineberatung, aber auch Geldtransfer- und Mobile-Banking-Funktionen.“

61 Prozent der Befragten, die bereits mobil bezahlen, würden dies gerne weniger isoliert, sondern als Teil eines umfassenden Produkt- oder Serviceangebots tun. Somit wäre es „sinnvoll, den Bezahlvorgang mit attraktiven Produkten oder Dienstleistungen zu verknüpfen, die das Potenzial haben, ein umfassendes mobiles Kundenerlebnis zu bieten“, ergänzt Gerd Bovensiepen, Leiter Handel und Konsumgüter bei PwC in Deutschland und EMEA. „Dazu gehören etwa Reisen, Mobilitätsdienste oder Mobile Banking. Je besser es Anbietern gelingt, den Kunden einen echten Mehrwert zu bieten, desto größer ist die Akzeptanz von Mobile Payment.“

Wenn Anbieter ihre mobilen Bezahllösungen dahingehend weiterentwickeln, bekommen Verbraucher einen deutlichen Mehrwert zur klassischen EC-Karte, die inzwischen ja auch schon kontaktlos funktioniert und damit in Sachen Usability einen Schritt nach vorn gemacht hat. Von einem Massenphänomen sind die neuen digitalen Bezahlformen aber weit entfernt, denn noch finden 78 Prozent der Transaktionen im deutschen Einzelhandel mit Bargeld statt. Das ist fast vier Mal so viel wie in Schweden, wo die Cash-Quote bei 20 Prozent liegt.

Sind Bitcoins eine digitale Währung?

Die klassische Banknote wird uns also noch eine ganze Weile erhalten bleiben, auch die Bitcoins werden es nicht schaffen, sich als flächendeckendes Bezahlsystem durchzusetzen. Schon der hierfür oft verwendete Begriff einer „digitalen Währung“ ist irreführend, denn davon sollte nur die Rede sein, wenn eine regulierende Institution wie etwa die Bundesbank dahintersteht. Und das ist bei den Bitcoins nicht der Fall. Momentan ist dieses digitale Geld eher ein Spekulationsobjekt, mit dem mancher Anleger eine Menge klassisches Geld verdient hat.

Klar akzeptieren manche Händler Bitcoins als Zahlungsmittel, die Möglichkeiten sind aber rein technisch schon begrenzt. So erlaubt die Bitcoin-Blockchain gerade mal drei bis vier Transaktionen pro Sekunde gleichzeitig, was niemals auch nur für einen Landstrich, geschweige denn für die ganze Welt ausreichen würde. Bei einem Kreditkartenanbieter sind im gleichen Zeitraum in der Regel mehrere Tausend Transaktionen möglich.

Das beste aus beiden Bezahlwelten

Verschiedene Staaten experimentieren mit digitalem Geld, das an das klassische Finanzsystem angedockt ist, aber nach einem kompletten Ersatz von Bargeld sieht es derzeit nicht aus. Zudem rüsten die klassischen Bezahlsysteme weiter auf und erreichen nun nach und nach eine ähnliche Schnelligkeit wie digitale Systeme. Der schlagende Vorteil etwa von Mobile Payment ist ja auch der unmittelbare Geldtransfer, der sonst nur bei der Bezahlung per Banknote gegeben ist.

In den USA und den skandinavischen Ländern hat sich bereits „Instant Payment“ etabliert. Das bedeutet, eine normale Banküberweisung wird nicht innerhalb eines Tages ausgeführt – wie mit dem hiesigen SEPA-Verfahren –, sondern in wenigen Sekunden. Seit November existiert die dafür notwendige Plattform von der European Banking Association, ab 2018 wird Instant Payment auch für deutsche Banken möglich sein. Dann lässt sich Geld nahezu in Echtzeit transferieren.

Für Banken, Händler und Verbraucher ist das eine kleine Revolution. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist überzeugt, dass solche Echtzeit-Überweisungen einen Ersatz für Bargeldzahlungen darstellen. Jede Bank, die diesen Standard nutzt, könnte dann eigene Apps auf den Markt bringen, die einfaches mobiles Bezahlen ermöglichen. Für den Kunden hätte das den Vorteil, dass er sein Geld nicht über Dienstleister wie PayPal umleiten muss, sondern sich sein Geld nur zwischen seinem Konto und dem Händler bewegt. Das macht den digitalen Bezahlvorgang nochmal sicherer.

Autor: Redaktion Zukunft. Kunde.
Bild: AdobeStock

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